Meinungen



Autofahrer machen die "Lüninghauser" zur Kreisstraße

Nun steht die Lüninghauser Straße vor ihrer Sanierung. Am 02. Dezember hat der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit entsprechend entschieden. Mit der kostengünstigsten Variante wird eine Teistrecke grundsaniert - soll 25 Jahre halten - und die Reststrecke mit Streifenausbesserungen für eine Haltedauer von 10 Jahren saniert. Die SPD-Fraktion hat sich vehement gegen eine von der CDU bevorzugte, um 1,05 Millionen teuerere Sanierung ausgesprochen, da auch sie keine längeren Haltbarkeiten verspricht. Dabei bleiben die Anlieger frei von Straßenausbaubeiträgen.

Das kann dann auch für alle Zukunft gelten, wenn der Landkreis die Straße als Kreisstraße anerkannt und übernommen hat. Die Autofahrer haben ihr Urteil längst gefällt! Als im Winter 1971/72 die damalige dorfübliche Klinkerstraße durch eine breitere Asphaltstraße ersetzt wurde, nahm das Hinterland fortan Kurs auf die Lilienthaler Moorhauser Landstraße, um Falkenberg zu umfahren und Bremen auf dem kürzesten Weg zu erreichen, und mied das Falkenberger Kreuz. Die Folge: schon 1992 empfahl der "Gesamtverkehrsplan Lilienthal", die Lüninghauser zur Kreisstraße aufzustocken. Der Landkreis schob eine Entscheidung auf unter Hinweis auf die noch nicht gebaute Umgehungssstraße.

Seit 2010 steht die Ortsentlastungsstraße dem Verkehr zu Verfügung. Eine Entscheidung wäre jetzt fällig!                                                                          

Der Politik und der Verwaltung fällt es bis heute schwer, von der Klassifizierung einer Straße ausgeschlossen zu sein. Wenn ausschließlich die Verkehrsbedeutung entscheidet, dann muß allerdings die übergemeindliche Bedeutung der Lüninghauser nachgewiesen werden. Der SPD reicht nicht die jetzt schon vorliegende Verkehrszählung. Rund 3.300 Fahrzeuge in 24 Stunden, d.h. 4 Fahrzeuge je Minute in der Zeit von 06 bis 20 Uhr, sprechen schon eine eigene Sprache: der übergemeindliche Verkehr dominiert! Endgültig überzeugend ist das Ergebnis einer Fahrerbefragung nach von wo (Quelle) nach wohin (Ziel). Der Rat hat auf Antrag der SPD-Fraktion eine solche Befragung beschlossen, die im Frühjahr 2016 stattfinden könnte.

Noch hat der Landkreis die Übernahme der Straße nicht vorgenommen.
Der Bürgermeister dringt auf eine Entscheidung.
Sollte der Landkreis trotz der nachgewiesenen übergemeindlichen Bedeutung der Lüninghauser Straße nicht tätig werden, hat der kluge Gesetzgeber die Entscheidung durch den zuständigen Minister vorgesehen. Dass der Landkreis nicht gern zusätzliche (Straßenbau-)Lasten übernimmt, kann man verstehen. Dass sich eine Gemeinde aber gegen die jahrzehntelange Unterhaltungspflicht für eine Straße wehrt, die keine Gemeindestraße ist, ist ebenso verständlich. Diese Entlastung ist umso dringender angesichts der schwierigen Haushaltslage unserer Gemeinde.

 

 



Bezahlbares Wohnen in Lilienthal

Bezahlbares Wohnen in Lilienthal ist ein Problem, mit dem sich die SPD Lilienthal schon seit Monaten beschäftigt. Nicht ausgelöst durch den Flüchtlingszuzug, sondern zeitlich weit davor im Hinblick auf die Tatsache, dass die neue Attraktivität unserer Gemeinde insbesondere durch die Straßenbahn einen Bauboom zur Folge hat, der sich allerdings auf das Angebot von mittel- bis hochpreisige Eigentumswohnungen beschränkt. Dagegen ist der Mietwohnungsbau unbedeutend und vom sozialen Wohnungsbau geförderte Wohnungen fehlen gänzlich. Die Folge: mäßig verdienende Singles oder Familien müssen ins weitere Umland ausweichen.

Diese Entwicklung, die überall im Lande festzustellen ist, zu stoppen, ist unmöglich, solange der Bund nicht wieder kräftig in den sozialen Wohnungsbau investiert.

Vorstand und Fraktion wollen das vor Ort Machbare anpacken. Eine 1. Initiative fordert die Kommunale Wohnungsbau- und Entwicklungsgesellschaft (KWE) auf, entsprechend der Gründungsidee bezahlbares Wohnen anzubieten. Wir werden diese Forderung einerseits im Aufsichtsrat durch unsere Vertreterin Karla Pfingsten erheben und andererseits einen entsprechenden Ratsbeschluß herbeiführen. Eine 2. Initiative ist noch in der parteiinternen Diskussion. Wieweit kann das Bremer Modell eines Anteils von Sozialwohnungen in größerflächigen Investoren-Vorhaben übernommen werden?

 





Lüninghauser Straße im Wandel der Zeiten

In den 8 Moordörfern, die ab 1937 die Gemeinde Worphausen bildeten, gab es  anfangs nur Sandwege, deren Untergrund später ausgekoffert wurde, um dann erneut besandet zu werden. Vergleichsweise frühzeitig, nämlich im Winter 1938/39 wurde der Lüninghauser Damm durch Hand- und Spanndienste aus allen Ortsteilen auf diese Weise aufgewertet. Zur Straße wurde diese Verbindung mit Frankenburg 1951, als die Pflasterung mit Klinkern, wie es in der Moordörfern üblich wurde, erfolgte.

Nach 20 Jahren hatte die inzwischen schadhafte Straße nach Beseitigung der Klinker 1971/72 eine Verbreiterung auf 6 m und eine Aspaltierung erfahren. Nun zog die Lüninghauser Straße vermehrt Verkehre Richtung Bremen an, wobei die Fahrer sich den längeren Weg über die Falkenberger Landstraße ersparten und die Moorhauser Landstraße ansteuerten. Die Eröffnung der Lilienthaler Ortsumgehungsstraße verstärkte noch einmal die Durchgangsverkehre aus Worpswede und Hinterland nach und von Bremen.

( Für die Historie war die Quelle: "250 Jahre Worphausen - Chronik")